Rechtsfragen einfach erklärt.
Manche rechtlichen Fragen tauchen immer wieder auf. Hier finden Sie kurze, allgemein verständliche Antworten zu ausgewählten Themen. Bei einem konkreten Anliegen wenden Sie sich bitte an den zuständigen Rechtsanwalt.
Die folgenden Antworten erläutern Grundzüge des deutschen Rechts. Sie stellen keine individuelle Rechtsberatung dar, können einen konkreten Sachverhalt nicht berücksichtigen und begründen kein Mandatsverhältnis. Vorschriften, Ausnahmen und die Rechtsprechung können sich ändern. Bei laufenden Fristen oder dringenden Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweilige Kanzlei.
Redaktioneller Stand: Oktober 2026. Gesetzeslinks führen erst nach Anklicken zum amtlichen Portal „Gesetze im Internet“.
Erbrecht
Wie lange kann man eine Erbschaft ausschlagen?
Die Ausschlagungsfrist beträgt im Regelfall sechs Wochen. Sie beginnt grundsätzlich, sobald die erbende Person vom Erbfall und davon weiß, weshalb sie als Erbin oder Erbe berufen ist. In bestimmten Auslandsfällen beträgt die Frist sechs Monate. Da Fristbeginn und Form entscheidend sind, sollte ein konkreter Erbfall frühzeitig geprüft werden.
Rechtsgrundlage: § 1944 BGB
Was ist der Pflichtteil beim Erben?
Der Pflichtteil schützt bestimmte nahe Angehörige, die durch Testament oder Erbvertrag von der Erbfolge ausgeschlossen wurden. Er beträgt grundsätzlich die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Wer einen Anspruch hat und wie hoch er ausfällt, hängt unter anderem von den Verwandtschaftsverhältnissen und dem Nachlasswert ab.
Rechtsgrundlage: § 2303 BGB
Ansprechpartner: Caspar-Sebastian Arkenau · Kontakt zur Kanzlei
Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Wie hoch darf die Mietkaution für eine Wohnung sein?
Bei einer Wohnraummiete darf eine vereinbarte Sicherheit grundsätzlich höchstens drei Nettokaltmieten betragen. Wird eine Geldkaution verlangt, dürfen Mieterinnen und Mieter sie in drei gleichen monatlichen Raten leisten. Für besondere Mietverhältnisse können abweichende Regeln gelten.
Rechtsgrundlage: § 551 BGB
Welche Kündigungsfrist gilt für Mieter einer Wohnung?
Für die ordentliche Kündigung eines unbefristeten Wohnraummietvertrags gilt im Regelfall: Geht die Kündigung spätestens am dritten Werktag eines Monats zu, kann das Mietverhältnis zum Ende des übernächsten Monats enden. Sonderfälle, abweichende zulässige Vereinbarungen und besondere Mietformen müssen gesondert geprüft werden.
Rechtsgrundlage: § 573c BGB
Ansprechpartner: Caspar-Sebastian Arkenau · Kontakt zur Kanzlei
Familienrecht
Kann eine Ehe bereits nach einem Jahr Trennung geschieden werden?
Sind beide Ehegatten seit einem Jahr getrennt und beantragen beide die Scheidung oder stimmt der andere Ehegatte zu, wird das Scheitern der Ehe gesetzlich vermutet. Nach drei Jahren Trennung gilt diese Vermutung auch ohne Zustimmung. Ob alle Voraussetzungen erfüllt sind, ist anhand der persönlichen Situation zu prüfen.
Rechtsgrundlage: § 1566 BGB
Gibt es während der Trennung einen Unterhaltsanspruch?
Ein Anspruch auf Trennungsunterhalt kann bestehen, wenn Ehegatten getrennt leben. Maßgeblich sind insbesondere die Lebensverhältnisse sowie Einkommen und Vermögen der Beteiligten. Ob und in welcher Höhe Unterhalt beansprucht werden kann, lässt sich nicht allein aus einer allgemeinen Tabelle beantworten.
Rechtsgrundlage: § 1361 BGB
Ansprechpartner: Dr. Uwe Biester · Kontakt zur Kanzlei
Arbeitsrecht
Wie lange habe ich nach einer Kündigung Zeit für eine Klage?
Wer eine Kündigung wegen ihrer Unwirksamkeit angreifen möchte, muss in der Regel innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben. Diese Frist ist sehr wichtig. Bei einer zugestellten Kündigung sollte deshalb umgehend anwaltlicher Rat eingeholt werden.
Rechtsgrundlage: § 4 KSchG
Ist eine Kündigung per E-Mail oder WhatsApp wirksam?
Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses bedarf der gesetzlichen Schriftform. Die elektronische Form ist ausdrücklich ausgeschlossen. Eine bloße E-Mail, Nachricht oder ein Scan mit Unterschrift erfüllt diese Form nicht. Auch ein Aufhebungsvertrag muss die gesetzlichen Formanforderungen erfüllen.
Rechtsgrundlage: § 623 BGB
Ansprechpartner: Caspar-Sebastian Arkenau · Kontakt zur Kanzlei
Vertragsrecht
Ist ein mündlicher Vertrag rechtlich bindend?
Viele Verträge können auch mündlich wirksam geschlossen werden. Entscheidend sind Angebot, Annahme und der konkrete Inhalt. Für einige Geschäfte schreibt das Gesetz allerdings eine bestimmte Form vor, beispielsweise die notarielle Beurkundung bei Grundstückskaufverträgen. Außerdem können mündliche Absprachen später schwer zu beweisen sein.
Rechtsgrundlage: § 125 BGB · § 311b BGB
Sind überraschende Klauseln in AGB immer wirksam?
Nein. Ungewöhnliche Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, mit denen die andere Vertragspartei nach den Umständen nicht rechnen musste, werden nach dem Gesetz nicht Vertragsbestandteil. Auch bei mehrdeutigen Klauseln enthält das Gesetz eine Auslegungsregel zulasten des Verwenders. Die konkrete Prüfung hängt vom Vertrag ab.
Rechtsgrundlage: § 305c BGB
Ansprechpartner: Dr. Uwe Biester · Kontakt zur Kanzlei
Immobilien- und Grundstücksrecht
Muss ein Grundstückskaufvertrag notariell beurkundet werden?
Ja, ein Vertrag, der zur Übertragung oder zum Erwerb von Grundstückseigentum verpflichtet, bedarf grundsätzlich der notariellen Beurkundung. Bei Fragen zum Vertragsentwurf, zur Gestaltung einzelner Vereinbarungen oder zu möglichen Risiken kann anwaltliche Beratung bereits vor dem Notartermin sinnvoll sein.
Rechtsgrundlage: § 311b BGB
Wann werde ich Eigentümer eines Grundstücks?
Für den Eigentumsübergang an einem Grundstück sind grundsätzlich die erforderliche Einigung der Beteiligten und die Eintragung der Rechtsänderung im Grundbuch notwendig. Die bloße Unterzeichnung des Kaufvertrags bewirkt daher normalerweise noch keinen Eigentumswechsel.
Rechtsgrundlage: § 873 BGB
Ansprechpartner: Dr. Uwe Biester · Kontakt zur Kanzlei
Verkehrsrecht
Wie lange kann ich gegen einen Bußgeldbescheid Einspruch einlegen?
Gegen einen Bußgeldbescheid kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach seiner Zustellung Einspruch eingelegt werden. Das Gesetz regelt auch die zulässige Form und die zuständige Behörde. Ob ein Einspruch sinnvoll ist und welche Folgen er haben kann, hängt vom konkreten Vorwurf ab.
Rechtsgrundlage: § 67 OWiG
Was muss ich direkt nach einem Verkehrsunfall beachten?
Unfallbeteiligte müssen unter anderem unverzüglich anhalten, den Verkehr sichern, sich über Unfallfolgen vergewissern und Verletzten helfen. Außerdem bestehen Pflichten, die Feststellung der Beteiligten und des Unfallgeschehens zu ermöglichen. Wie das im Einzelnen aussieht, richtet sich nach der Unfallsituation.
Rechtsgrundlage: § 34 StVO
Ansprechpartner: Caspar-Sebastian Arkenau · Kontakt zur Kanzlei
Ein Gespräch ist der erste Schritt.
Wenden Sie sich an die zuständige Kanzlei. Bitte beachten Sie, dass eine Anfrage allein noch kein Mandatsverhältnis begründet.
